Lebenszeugnisse


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Im folgenden Abschnitt möchte ich Ihnen die schriftlichen Selbstzeugnisse von ehemaligen jüdischen Einwohnern von Laa an der Thaya und der Umgebung (Mistelbach, Gaweinstal) näherbringen. Sie sind hinsichtlich ihres Nachnamens, unter dem sie in Österreich lebten / geboren wurden, alphabetisch geordnet.
Die vielen Briefe, die mir die ehemaligen Laaer geschickt haben, sind ein Ausdruck ihrer Gedanken und Gefühle und schildern ihr Leben. Ein paar ehemalige Laaer haben auch - vom Kontakt mit mir angeregt - eine geordnete Lebensgeschichte aufgeschrieben. Ich freue mich, neuerdings auch die Erinnerungen der Kinder- und Enkelgeneration der Überlebenden hinzufügen zu können. Sie gelangen zu den einzelnen Abschnitten, indem Sie auf die Bilder klicken oder auf die entsprechenden Links:

Familie Adler konnte sich nach Australien retten. Der Sohn des in Laa geborenen Leo Adler, George, hat neulich die Erinnerungen an seinen 1987 verstorbenen Vater, dessen Bruder und Eltern aufgeschrieben. Er war schon lange zuvor in Briefkontakt mit mir. Ihm ist es auch zu verdanken, dass ein Fotoalbum der Laaer Familie Adler Gesichtern zu den Namen hinzufügt. Als George und seine Frau Cilla, sowie später ihr Sohn Tim (siehe Zeitungsartikel), Laa besuchten, durfte ich sie persönlich kennenlernen.

Edith Fischbach, geb. Bloch, die Cousine von Ernst Neumann, habe ich nicht persönlich, aber durch viele Briefe kennenlernen dürfen. Ihre Briefe werden - nach und nach eingestellt - Einblick in ihre Gedanken und Sicht der Dinge geben.

Hilda White, geb. Drill, hat den weiten Weg von Australien nicht gescheut, um Laa wiederzusehen. Auf dieser Webseite finden Sie meine Erinnerungen an diesen Besuch und ihre Briefe, die viel von ihrem Leben vor dem Krieg in Laa erzählen.

Die
Lebensgeschichte von Kitty S., geborene Drill, stammt aus dem Online-Archiv „Centropa“ und ist von mir mit mehreren Dokumenten ergänzt worden, welche Kitty mir dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat. Da es wegen temporärer Links nicht möglich ist, einen Link auf die eigentliche Centropa-Seite zu machen, hat mir Kitty die Erlaubnis gegeben, das Entsprechende herunterzuladen und so zugänglich zu machen. Unter „Centropa“ finden sich noch mehr Familienfotos und Scans von Dokumenten, doch auch hier können Sie ein Familienalbum der Familie Drill sehen (selbes Problem). Dem „Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts e.V.“ hat sie von ihrer Verbindung zur Hakoah und ihrer Vergangenheit erzählt. Der Familienstammbaum beinhaltet auch Hilda Whites Zweig der Familie. Ein Interview, das sie mir gegeben hat, ergänzt diesen Abschnitt.

Sie können das
Interview lesen, das ich 1994 mit Lilly Kolb (geb. Eisinger), einer ehemaligen Mistelbacherin, in Los Angeles geführt habe. Es zeugt von einem ehemaligen reichen jüdischen Leben im Weinviertel und von einem bewegten Leben. Ihre Briefe sind bei jenen ihres Mannes, Joseph Kolb, eingestellt, da sie stets gemeinsam ankamen. Den Familienstammbaum zeichnete sie mir bei einem Besuch in Los Angeles 1994 auf. Die Nachrufe nach ihrem Tod 2011 sind hier abgedruckt.

Von
Trudi und Paul Eisinger gibt es nur wenige Selbstzeugnisse, da sie gestorben sind, bevor ich meine Recherchen begann: zwei Briefe sind erhalten geblieben. Ich konnte jedoch ein Interview mit einer Freundin von ihnen machen.

Kurt Finkelstein entstammt dem Poysdorfer Zweig der Familie Eisinger. Ich habe ihn in den letzten Jahren seines Lebens kennenlernen dürfen und einen kurzen Nachruf geschrieben. Auch sein Neffe Robert hat sich an seinen Onkel erinnert, der als britischer Soldat am D-Day die Befreiung seiner Heimat vorantrieb. Weil Kurt Fräser der einzige Poysdorfer ist, berichtet sein Abschnitt auch über das Ende der jüdischen Poysdorfer Gemeinde.

Die Mistelbacherin
Alice Grünwald habe ich durch viele Briefe kennenlernen dürfen. Diese sind durch Ausschnitte von Briefen ergänzt, die sie an Dr. Lichtblau von der Universität Salzburg gerichtet hat. Ein Fotoalbum und ein besonderer Brief ihres Mannes aus dem Jahr 1943 bereichern den Abschnitt.

Dr. Felix Yokel (geb. Jokel) hat seine Lebensgeschichte verfasst, die von einem sehr bewegten Leben erzählt, das in Laa begann und ihn von Israel in die USA führte. Den Familienstammbaum hat er selbst verfasst. Ich habe auch ein Fotoalbum angelegt, um an ihn zu erinnern. Felix war ein besonderer Fixstern in meinem Leben und ich habe einige Erinnerungen an ihn aufgeschrieben. Auch an seinen Cousin, Dr. George Hauser, soll erinnert werden. Nur durch Felix wurde es möglich, dass heute in Laa ein Denkmal für die jüdischen Laaer gegenüber der Synagoge besteht.

Joseph Kolb ist seiner Heimat immer sehr verbunden geblieben, wovon Zeitungsartikel von seinen Besuchen zeugen. Auch seine Todesanzeige mit vielen Familienfotos können Sie sehen. Von Josephs Freundschaft sind mir Erinnerungen und viele Briefe geblieben. Ein einzigartiges und ebenso trauriges historisches Dokument ist der Brief seines Verwandten, Julius Kolb, aus dem KZ.

Über die
Familie Maneles habe ich einen Artikel für die Webseite verfasst. Ein außerordentliches Dokument stellt der Brief von Gerda Maneles aus dem Jahre 1940 dar - soweit mir bekannt ist, der letzte erhaltene vor ihrer Deportation, welche sie nicht überlebte. Sie können auch die Briefe des in Laa geborenen Kurt Maneles und des Ehemanns seiner Schwester Erika nachlesen. Erikas Sohn hat sich an Besuche in Laa während seiner Kindheit erinnert.

Die
Lebensgeschichte von Arie Naman (Ernst Neumann) erzählt von einer abenteuerlichen Flucht. Auch von ihm gibt es ein Fotoalbum. Seine Briefe an mich werde ich Ihnen nach und nach zugänglich machen. Auch von ihm habe ich versucht ein Portrait zu "zeichnen". Sehr interessant ist auch die Militärakte des Vaters von Ernst Neumann, eines hochdekorierten Offiziers der K. u. K. Monarchie.

Die
Lebensgeschichte von Karola Österreicher, die als einzige Laaerin Auschwitz überlebte, ist über alle Maßen lesenswert. In einem schriftlichen Interview hat sie von weiteren Erinnerungen aus ihrer Kindheit erzählt. Sie können auch viele Fotos aus ihrem Leben sehen, sowie einen britischen Zeitungsbericht, der sie mit ihrem Oberschenkeldurchschuss zeigt, welchen sie bei der Überfahrt nach Israel erlitten hat. Einen Film dokumentiert die Landung des Schiffes, auf dem sie Israel erreicht hat. Ich habe einige Erinnerungen an sie aufgeschrieben. Sehr interessant ist auch ein Zeitungsausschnitt über ihre Mutter, Hermine Österreicher, weil er einen kleinen Blick auf die Normalität des Zusammenlebens lange vor dem Krieg gibt. Die Abschrift ihrer unzähligen Briefe soll nach und nach ergänzt werden.

Die Söhne der
Familie Dr. Toch haben mir dankenswerter Weise Fotos und Dokumente ihrer Familie zur Verfügung gestellt.